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14.10.15

Fachgespräch: Bahnhofstour Brandenburg – eine Zwischenbilanz: von A (Alt Rosenthal) bis Z (Zellendorf)

Foto: Seema Mehta/Bündnisgrüne Fraktion Brandenburg
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Fachgespräch: Bahnhofstour Brandenburg – eine Zwischenbilanz: von A (Alt Rosenthal) bis Z (Zellendorf) am 14.10.2015 im Brandenburger Landtag © Seema Mehta/Bündnisgrüne Fraktion Brandenburg
Foto: Seema Mehta/Bündnisgrüne Fraktion Brandenburg

Ein Fünftel unserer Brandenburger Bahnhöfe und Haltepunkte gelten als nachfrageschwach, weniger als 50 Ein- und AussteigerInnen nutzen sie pro Tag. Die Landesregierung sieht bei ihnen entweder Optimierungs- oder Entscheidungsbedarf. Unser verkehrspolitischer Sprecher Michael Jungclaus hat mittlerweile über die Hälfte dieser ca. 60 Stationen im Rahmen seiner Bahnhofstour besucht.

Von seinen Gesprächen mit den BürgerInnen vor Ort und seinen Erlebnissen mit der Bahn berichtete er den über 30 Gästen während des Fachgespräches. Sein Fazit der Zwischenbilanz: Jeder Bahnhof ist einzigartig und benötigt eine individuelle Lösung. Häufig genannte Wünsche der BürgerInnen seien jedoch ein besseres Angebot, eine besseren Verknüpfung von Bus und Bahn und barrierefreie Zugänge zu den Bahnsteigen. Auch die Bedeutung für den Tourismus wurde ihm oft verdeutlicht.

Im Anschluss gab Herr Arm vom VBB einen Überblick über die Aktivitäten des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. Ziel sei bei den nachfrageschwachen Stationen die Erhöhung der Fahrgastnachfrage, die Nutzung von Synergien und ein wirtschaftlicher Mitteleinsatz. Entscheidungsbedarf für nachfrageschwache Stationen bestehe vor allem, wenn größere Investitionen anstehen. Von 2011 bis 2013 wurden 13 Gespräche mit den Regionen zu möglichen Maßnahmen geführt. Hier wurden Vorschläge zur Ausweitung des Angebotes, zur besseren Verknüpfung sowie zur Vermarktung diskutiert. Auch durch die Verlegung von Stationen werde versucht, mehr Fahrgäste für den Schienenpersonennahverkehr zu gewinnen.

Herr Wilhelm von der Agentur Bahnstadt verdeutlichte zu Beginn die verheerenden Auswirkungen, sollte die Verteilung der Regionalisierungsmittel in Deutschland tatsächlich nach dem Kieler Schlüssel erfolgen. Bei einer realen Preissteigerung von 1,8 Prozent pro Jahr würden Brandenburg im Jahr 2030 faktisch 19 Prozent weniger Mittel zur Verfügung stehen. Dies würde die Abbestellung von schwach frequentierten Bahnlinien und Bahnhaltepunkten zur Folge haben. Außerdem wäre eine deutlich stärkere Mitfinanzierung durch das Land, die Landkreise und die Kommunen erforderlich. Herr Wilhelm zeigte anhand von Wirtschaftlichkeitsanalysen auf, ab wie vielen Ein- und Aussteigern pro Tag ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis erreicht werden kann. Anhand von Beispielen aus Sachsen-Anhalt veranschaulichte er, wie mit einfacheren Baustandards die Kosten von Bahnstationen massiv reduziert werden können. Einfache und kostengünstige Maßnahmen reichten oft aus, um in kurzer Zeit neue Fahrgäste zu gewinnen.

Das Gespräch hat gezeigt: Es gibt noch viele Stellschrauben, mit denen Fahrgastpotenziale besser ausgeschöpft und Mittel effizienter eingesetzt werden können. Hier sind das Land Brandenburg, die Landkreise und Kommunen gefragt. Welche tatsächlichen Einschnitte uns die Neuaufteilung der Regionalisierungsmittel bringen wird, bleibt eine spannende Frage, der wir in den kommenden Monaten weiter nachgehen werden.

Weiterführende Informationen

>> Präsentation Stephan Wilhelm „Mehr Fahrgäste an kleinen Haltepunkten – Gemeinschaftsaufgabe von Bahn, Politik und BürgerInnen“ (pdf-Datei)

>> Präsentation Bernd Arm „Aktuelle Situation und geplante Maßnahmen zur Steigerung der Fahrgastzahlen an nachfrageschwachen Bahnhöfen und Haltepunkten“ (pdf-Datei)

>> Bahnhofstour Brandenburg: Michael Jungclaus vor Ort

Umfrage der MAZ

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