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Verkehr und Infrastruktur | 14.03.17

Mehr als Bahnhof verstehen

Bahnhofstour von Michael Jungclaus am 30.3.2015 am Buchholz, Foto: Michael Jungclaus, MdL
Bahnhofstour von Michael Jungclaus am 30.3.2015 am Buchholz, Foto: Michael Jungclaus, MdL

Über 5000 Zugkilometer hat unser verkehrspolitischer Sprecher Michael Jungclaus im Rahmen seiner anderthalbjährigen „Bahnhofstour“ zurückgelegt - und dabei mehr als 70 Bahnhöfe in ganz Brandenburg besucht, an denen weniger als 50 Personen täglich ein- und aussteigen. Sie werden von der Landesregierung als nachfrageschwach eingestuft, Rot-Rot sieht bei ihnen „Optimierungs- oder Entscheidungsbedarf“. „Die Idee zur Bahnhofstour entstand aus dem Gedanken heraus, dass wir nicht nur darüber jammern dürfen, dass so wenige Fahrgäste in den Zügen sitzen, sondern über die vielen reden sollten, die noch nicht die Bahn nutzen!“, sagt Michael Jungclaus.

Er hat vor Ort in den betroffenen Gemeinden mit EinwohnerInnen, Bürgermeisterinnen und OrtsvorsteherInnen über ihre Wünsche und Sorgen hinsichtlich des Bahnverkehrs gesprochen. Er ist der Frage nachgegangen, wie der ÖPNV, der gerade im ländlichen Raum eine wichtige Lebensader darstellt, dort attraktiver gestaltet werden kann. „Bahnhalte im ländlichen Raum dürfen nicht nur unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit betrachtet werden“, so unser verkehrspolitischer Sprecher. Das zuständige Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung muss endlich von der Maßgabe „Keine Mehrbestellungen ohne Kürzungen an anderer Stelle“ abrücken.

Die gesammelten Informationen und Eindrücke fließen nun in Michael Jungclaus' politische Arbeit im Landtag ein. Die Bilder und Zitate der Tour hat unsere Fraktion außerdem in einer Ausstellung festgehalten, mit der die Menschen aus den besuchten Regionen eine Stimme bekommen. Im Dezember 2016 eröffnet, wird die Wanderausstellung nach dem Auftakt im Brandenburger Landtag auch an anderen Orten im ganzen Bundesland zu sehen sein.

Ein weiteres Problem, auf das Michael Jungclaus unterwegs stieß, waren leerstehende und verfallende Bahnhofsgebäude. Der Bahnhof mit Fahrkartenschalter, Wartehalle und Kiosk war gestern - heute macht der Zug an „Haltepunkten“ Station. Nur jedes zwölfte der insgesamt 340 Bahnhofsgebäude bei uns ist überhaupt noch öffentlich zugänglich. Das möchte unsere Fraktion ändern. In Folge unseres Antrags hat der Landtag einen Beschluss zur Sanierung und Neunutzung verfallender Bahnhöfe gefasst. Den Auftakt bildet eine umfassende Bestandsaufnahme aller leerstehenden Bahnhofsgebäude im Land. Die vom Verkehrsbund Berlin-Brandenburg (VBB) angekündigte Einrichtung einer Kompetenzstelle zum Thema Bahnhofssanierung erwarten wir gespannt - denn uns erreichen zahlreiche Anfragen von Brandenburgerinnen und Brandenburgern, die sich Unterstützung bei der Sanierung eines Bahnhofsgebäudes wünschen.

Bahnhofstour: Stimmen aus der Region

SCHÖNOW (UM): „Die Bahnstrecke Berlin-Stettin hat eine Geschichte von 173 Jahren. Das Land Brandenburg braucht nur ein paar Jahre, um sie zu ruinieren, indem es die kleinen Haltepunkte wegfallen lassen will und keinen zweigleisigenAusbau plant.“ – Stefan Hildebrand, Gemeindevertretung Passow

JOACHIMSTHAL KAISERBAHNHOF (BAR): „Unser Wunsch für die Zukunft: Die Einsicht der Landesregierung, dass Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserer wunderschönen Region Schorfheide nicht ohne Mobilität funktioniert.“ – Christine Leuschner, Koordinatorin für Tourismus, Amt Joachimsthal

KLANDORF (BAR): „Die Heidekrautbahn ist für den Ortsteil eine wichtige Lebensader. Schülerinnen und Schüler nutzen sie, um zum Gymnasium zu kommen, die Berufstätigen als Alternative zum Auto, für den Arbeitsweg nach Berlin, und die Seniorinnen und Senioren als schnelle stressfreie Verbindung für den Arztbesuch bzw. den Einkauf.“ – Uwe Schoknecht, Bürgermeister Gemeinde Schorfheide

Verkehr: Was sonst noch geschah

  • Landesbedeutsame Buslinien für Brandenburg! Ein Netz landesbedeutsamer Buslinien, deren Taktung auf den Bahnverkehr abgestimmt ist, würde zu einem Qualitätssprung im ÖPNV führen. Das zeigt ein von uns in Auftrag gegebenes Gutachten.
  • Straßenbahnen sind für uns Positivbeispiele bestehender Elektromobilität. 30 Millionen Euro wollen wir 2017/18 in Straßenbahnen und Oberleitungsbusse investieren - ein wichtiger erster Schritt.

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