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Verkehr und Infrastruktur | 14.05.19

Bündnisgrüne Fraktion will Verlust natürlicher Lebensräume durch Flächenverbrauch reduzieren

Die bündnisgrüne Landtagsfraktion will den Brandenburger Flächenverbrauch durch den Bau neuer Siedlungen, Straßen und Gewerbegebiete und den damit verbundenen Verlust an natürlichen Lebensräumen reduzieren. Wie aus einer Großen Anfrage der Fraktion hervorgeht, betrug der Flächenverbrauch in Brandenburg in den Jahren 2012 bis 2016 im Durchschnitt 4 Hektar pro Tag. Ein Entschließungsantrag der Fraktion, der am morgigen Mittwoch im Landtag diskutiert wird, zielt darauf ab, diese Zahl bis 2030 auf 1,3 Hektar pro Tag und perspektivisch auf null zu reduzieren. Dieses Ziel soll künftig im brandenburgischen Landesplanungsgesetz verankert werden. Zudem soll die Landesregierung die Einführung eines Handelssystems mit Flächenkontingenten prüfen.

„Der Flächenverbrauch durch die Versiegelung unbebauter Böden und das Zerschneiden zusammenhängender Freiflächen durch Siedlungsgebiete, Gewerbe und Infrastruktur ist eine zentrale Ursache für den Verlust der biologischen Vielfalt“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion Michael Jungclaus. Wie dringend es ist, dem Artensterben entgegenzuwirken, verdeutlicht der kürzlich veröffentlichte Bericht des Weltbiodiversitätsrats. Demnach sind weltweit aktuell eine Million von acht Millionen Arten vom Aussterben bedroht – mehr als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte.

Das von der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN genannte Ziel, den Flächenverbrauch auf 1,3 Hektar am Tag bis 2030 zu reduzieren, leitet sich von der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ab. Demnach ist der Flächenverbrauch bundesweit bis 2030 auf 30 Hektar/Tag zu reduzieren. Brandenburg hat sich in seiner Nachhaltigkeitsstrategie bislang kein eigenes Ziel zum Flächenverbrauch gegeben.

Ferner fordert die Fraktion unter anderem die landesweite Erfassung von Flächen- und Nutzungsänderungen, Flächenversiegelung und Entsiegelungspotenzialen. Diese findet zurzeit nicht statt. Fördermittel sollen ab 2021 auf die flächensparende und naturschutzverträgliche Innenraumverdichtung und auf Konversionsflächen konzentriert werden.   

Die Große Anfrage und die Antwort darauf im Internet: https://gruenlink.de/1m0b