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Natur- und Umweltschutz | 28.06.19

"Wir sind viele, wir sind laut"

Fridays for Future in Brandenburg

Fridays-for-Future-Aktivist Vincent Bartolain (c) Vincent Bartolain privat
Fridays-for-Future-Aktivist Vincent Bartolain (c) Vincent Bartolain privat

Vincent Bartolain ist Schüler und einer der ersten Aktivisten, der in Brandenburg die Demonstrationen von Fridays for Future in Potsdam und Brandenburg an der Havel organisiert. Mittlerweile arbeitet er im deutschlandweiten Presseteam mit. Wir haben mit ihm über die Ziele der Klimaschutzbewegung und ihre Forderungen an die Landesregierung gesprochen.

 

Welche Forderungen hat Fridays for Future in Sachen Klimaschutz an die Brandenburger Regierung?

Fridays for Future Brandenburg plant in den Sommerferien ein Camp, bei dem wir Forderungen speziell für Brandenburg ausarbeiten. Dabei werden wir uns explizit damit beschäftigen, inwiefern Brandenburg ein Vorbild in Sachen Umwelt- und Klimaschutz werden könnte. Bis dahin orientieren wir uns an den bundesweiten Forderungen. Uns ist wichtig, dass wir in Brandenburg schnellstmöglich, am liebsten vor 2030, aus der Braunkohleverstromung aussteigen.

 

Was muss passieren, damit du freitags wieder beruhigt zur Schule gehen kannst?

Ich werde erst wieder beruhigt zur Schule gehen können, wenn in der Politik, und gerade im brandenburgischen Landtag, die Klimafrage priorisiert wird und klare erkennbare Erfolge zur Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens eingehalten werden.

 

Wie kann jede*r Einzelne zum Klimaschutz beitragen?

Wir alle können aktiv Klima- und Umweltschutz leben, zum Beispiel durch Verzicht auf unnötigen Plastikmüll, Strom sparen oder einfach Fahrrad- statt Autofahren. Das sind viele kleine Dinge, die in der Summe immer einen Effekt haben. Ich finde es falsch, die Verantwortung der Politik auf die Bürgerinnen und Bürger abzuschieben. In Brandenburg gibt es immer noch Subventionen für den Braunkohlekonzern LEAG, Massentierhaltung und einen schlecht ausgebauten ÖPNV. Dadurch ist es noch schwerer, alleine gegen dieses Ungleichgewicht anzukommen.

 

Welche Erfahrungen haben du und deine jungen Mitstreiter*innen damit, andere Verkehrsmittel als das Auto zu nutzen, besonders im ländlichen Raum?

Da ich gerade auf dem Dorf wohne kann ich ein Lied über den ÖPNV in ländlichen Gebieten singen. Am Wochenende fahren oft nur wenige oder gar keine Busse. Buslinien werden eingestampft oder zusammengelegt. Rund um Berlin sind die Züge oft überfüllt oder fallen aus. Wir spüren hier ganz klar, wie der Individualverkehr gefördert wird, statt der Ausbau des ÖPNV. Ich fahre so oft es geht mit dem Zug in den Urlaub und verzichte gänzlich auf Flugreisen. Um dies für Familien und Privatpersonen attraktiver zu gestalten, müssen jedoch die Preise gesenkt werden.

 

Was motiviert dich, für den Klimaschutz Engagement zu zeigen?

Was mich motiviert ist, dass ich und zukünftige Generationen nur eine Erde haben. Ich habe verstanden, dass die größte Krise unserer Zeit die Klimakrise ist. Gerade die Stimme von uns jungen Menschen wird oft nicht gehört. Es ist uns als Bewegung gelungen zu zeigen: Wir sind viele, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut. Am 24. Mai 2019 waren über 320.000 Menschen von jung bis alt auf den Straßen, um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Wir haben klare Belege der Wissenschaft, die endlich ernstgenommen werden müssen. Es muss gehandelt werden in Potsdam, Brandenburg, Deutschland und weltweit.

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