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Natur- und Umweltschutz | 19.12.13

Guten Appestizid

Von 10 deutschen GroßstädterInnen haben 7 Glyphosat im Körper. Unkrautvernichtungsmittel sind also über die Nahrungskette bei uns Menschen angekommen und stecken u. a. in Brötchen, Haferflocken und Mehl. Bei einer von uns und dem BUND 2013 beauftragten Untersuchung fanden sich – wie schon 2012 – in den meisten beprobten Kleingewässern Pestizidrückstände. Viele Pestizide sind pures Gift – nicht nur für Fische und Frösche. Die in den geschützten Biotopen nachgewiesenen Unkrautvernichtungsmittel und deren Abbauprodukte, darunter Glyphosat, zeigen, dass die LandwirtInnen auf den angrenzen den Flächen nicht
immer fachgerecht mit Agrochemikalien umgehen.

Glyphosat wird auf fast 40 % der deutschen Äcker eingesetzt und übersteht hohe Backtemperaturen. Es steht im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Ministerin Tack appelliert jetzt an die Bevölkerung, Glyphosat nicht im Garten einzusetzen, und verweist ansonsten mal wieder an die Bundesregierung. Doch mit mehr Pestizidproben (sowie der Veröffentlichung der Ergebnisse), mit Beratungen für LandwirtInnen und weiteren Schutzstreifen an Feldsöllen könnte man in Brandenburg bereits heute sensible Naturräume und Gewässer besser schützen. Wir haben mit den Tests die Hausaufgaben der Landesregierung gemacht und prüfen nun, wie man gegen den zu hohen Pestizideinsatz vorgehen kann. Klar ist aber schon heute: Langfristig bürgt nur die ökologische Landwirtschaft für unbelastete Natur und Lebensmittel.

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