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Natur- und Umweltschutz | 23.11.17

Für Vogelgezwitscher auf den Feldern

Neuntöter sitzt auf Zweig © Rainer Fuhrmann/fotolia.com
© Rainer Fuhrmann/fotolia.com

Anzeichen gab es schon länger, jetzt ist es leider amtlich: Auf Brandenburgs Äckern zwitschern immer weniger Vögel. In den vergangenen zwanzig Jahren sind die Brutvogelbestände in der Agrarlandschaft stark eingebrochen. Von 39 erfassten Vogelarten haben 30 zwischen 1995 und 2016 im Bestand abgenommen. Bei Arten wie dem Kiebitz oder dem Rebhuhn hat sich der Bestand sogar mehr als halbiert. Und drei Vogelarten rutschen in der Roten Liste in die Kategorie 1, „vom Aussterben bedroht“. Das alles geht aus den Antworten auf unsere Große Anfrage „Entwicklung der Vogelwelt in Brandenburg“ hervor. Die Landesregierung bestätigt darin auch, dass der dramatische Rückgang unter anderem auf die immer intensiver arbeitende Landwirtschaft zurückzuführen ist. So hat beispielsweise der Anbau von Energiepflanzen stark zugenommen; allein Mais nimmt inzwischen 19 Prozent der Landwirtschaftsfläche ein. 2003 waren es noch 11 Prozent.

So kann es nicht weitergehen! Wenn unsere Kinder noch wissen sollen, was ein Rebhuhn ist, brauchen wir eine andere Landwirtschaft. Das schaffen wir nur mit ökologischen Vorgaben – und wenn wir alle LandwirtInnen und BäuerInnen unterstützen, die etwas für die Umwelt tun wollen. Im letzten Plenum haben wir daher mehr Geld für den Artenschutz gefordert. Konkret wollten wir im nächsten Haushalt eine Verdoppelung der Mittel für den Vertragsnaturschutz, eine Förderung von Brachen, Blühstreifen und vielfältigen Fruchtfolgen sowie höhere Umstellungsprämien für den Ökolandbau. Und das aus gutem Grund: In der Antwort auf unsere Anfrage muss auch die Regierung zugestehen, dass Ökolandbau einen riesigen Unterschied macht. Im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, wo seit Jahren großflächig ökologischer Landbau betrieben wird, wurden zwei-bis fünffach so hohe Dichten an Brutvögeln nachgewiesen wie in Vergleichsgebieten ohne ökologische Bewirtschaftung.

Die Fakten sprechen also für sich, unser Antrag wurde auf Drängen der SPD dennoch abgelehnt. Mit welcher Begründung? Die Debatte zum Nachschauen gibt es beim rbb (http://gruenlink.de/1drc), die Ergebnisse unserer Großen Anfrage hier.

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