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Klare Spree | 04.12.18

Ockerbelastung der Spree südlich der Spremberger Talsperre verlässlicher und schneller verringern

Luftbildaufnahme der Talsperre Spremberg © ideengruen.de
Luftbildaufnahme der Talsperre Spremberg © ideengruen.de

Die Belastung der Spree mit Eisen und Sulfat aus den Braunkohletagebauen muss auch im Oberlauf der Spree (Südraum) schneller reduziert werden. Dazu soll die Landesregierung die bisher vorgesehenen Maßnahmen gemeinsam mit dem Land Sachsen, der LMBV und der LEAG beschleunigen. Zudem soll sie das Errichten weiterer Dichtwände nicht länger als Tabu behandeln, sondern dem Landtag eine Übersicht von Vor- und Nachteilen solcher Dichtwände vorlegen. Dafür setzt sich die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein.

In einem Antrag fordert die Fraktion die Landesregierung auf, bis Mai 2019 eine vorläufige Abschätzung zu neuen, alternativen Maßnahmen vorzulegen, die das Spree-Sanierungs-Konzept des Oberlaufs (Südraum) ergänzen. Die Verockerung im Oberlauf der Spree hat weit reichende negative Folgen für den Tourismus, die Landwirtschaft, bis hin zum traditionsreichen Kanusport in Spremberg.

„Während die Spree unterhalb der Talsperre Spremberg in einem beispiellosen Kraftakt vor Eisenockerschlamm halbwegs erfolgreich geschützt wird, ist der Zustand der Spree oberhalb noch immer ein ökologisches Desaster“, sagte der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Benjamin Raschke. „Fische können hier nicht mehr atmen, weil ihre Kiemen verkleben. Sie finden keine Nahrung mehr, weil sowohl die Pflanzen im Fluss, als auch die Kleinstlebewesen die ockerfarbene Schlammschicht im Flussbett nicht mehr durchdringen können und absterben. Der Tourismus und der Kanusport leiden.“

Außerdem fordert die bündnisgrüne Landtagsfraktion die Erstellung eines neuen Bewirtschaftungskonzepts für die die Talsperre Spremberg. Demnach soll die Ablagerung von Eisenocker künftig nicht nur im Vorstaubecken, sondern auch im Hauptstaubecken regelmäßig beräumt werden.

Der Zustand der Spree südlich der Spremberger Talsperre ist trotz erheblicher Anstrengungen weiterhin verheerend. Der LMBV ist es bisher nicht gelungen, mit der mobilen Containeranlage zur Wasserbehandlung (Kosten 5 Millionen Euro) im sächsischen Burgneudorf die hohe Belastung zu reduzieren. Die Anlage musste im März nach nur kurzer Betriebsdauer abgestellt werden, ein Probebetrieb der neu konzipierten Anlage konnte noch nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Selbst wenn diese Anlage einmal wie vorgesehen funktioniert wird, kann sie die Belastung zwar deutlich reduzieren. Die Belastung des eingeleiteten Wassers wird dann mit ca. 21 mg/l aber immer noch gut 11-mal so hoch sein, wie in der Oberflächengewässerverordnung vorgesehen.

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