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Enquête Aufarbeitung | 29.11.13

Dr. Stasi?

Axel Vogel, der Fraktionschef der Grünen im Brandenburger Landtag, fordert, dass Doktortitel überprüft werden, die die Juristische Hochschule in Golm bis 1989 verlieh

von Peter Mühlbauer (online auf heise.de)

Herr Vogel – was hat man an der Juristischen Hochschule in Golm gelehrt – und über was hat man geforscht?

Axel Vogel: Die Juristische Hochschule in Golm war eine Einrichtung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) und war spezialisiert auf die Leitungskaderausbildung. Besondere Schwerpunkte waren: Marxistisch-Leninistische Grundlagenausbildung und "psychologische" Aspekte der MfS-Arbeit.

Gab es dort auch Studenten oder Lehrkräfte, die nichts mit dem MfS zu tun hatten?

Axel Vogel: Nein, Lehrkräfte und Studenten waren in der Regel hauptamtliche Mitarbeiter des MfS. Die Hochschule diente ausdrücklich der Ausbildung der MfS-Kader.

Sie plädieren dafür, dass von der JHG verliehene Doktortitel aberkannt werden. Soll das für alle gelten?

Axel Vogel: Das ist in dieser Form nicht richtig. Ich plädiere für eine Offenlegung der in der DDR geheim gehaltenen Promotionen und eine wissenschaftliche Bewertung. Dabei sollte auch geprüft werden, inwieweit diese Arbeiten im jeweiligen Einzelfall wissenschaftlichen Mindeststandards entsprachen, die es selbstverständlich auch in der DDR gab. Es bestehen ernste Zweifel daran, dass die "Stasi-Dissertationen" diesen Ansprüchen genügten. Das Problem ist die Aberkennung von Doktor-Titeln, da die Hochschule in Golm formal untergegangen ist und in Deutschland solche Aberkennungen den jeweils titelverleihenden Hochschulen vorbehalten sind...

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Das Interview erschien am 29.11.2013.

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