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Bildung, Wissenschaft, Kultur | 12.10.18

Lehramt: Quer eingestiegen, gut ausgebildet

junger Mensch steht vor einem Whiteboard  © startupstockphotos.com (CC0 1.0)
© startupstockphotos.com (CC0 1.0)

Brandenburg braucht Lehrerinnen und Lehrer. Um den Bedarf zu decken, wurden auch in diesem Schuljahr wieder Menschen ohne klassische Berufsausbildung, sogenannte QuereinsteigerInnen oder SeiteneinsteigerInnen, eingestellt. Bei den 1114 unbefristeten Einstellungen zum Schuljahresbeginn machte ihr Anteil 26 Prozent (269) aus, bei den 553 befristet Eingestellten sogar 75 Prozent (413). Sie werden besonders häufig in Grund- und Oberschulen eingesetzt – vor allem in ländlichen Regionen. So gibt es schon Schulen mit mehr als 50 Prozent SeiteneinsteigerInnen im Kollegium. Mindestens noch bis zum Jahr 2025 werden zu wenige voll ausgebildete LehrerInnen in Brandenburg für Neueinstellungen zur Verfügung stehen.

Seit beinahe zehn Jahren warnen wir schon vor dem drohenden LehrerInnen-Mangel. Doch das SPD-geführte Bildungsministerium reagierte viel zu spät. Ein lange von uns gefordertes Konzept für den Seiteneinstieg wurde von Bildungsministerin Ernst in diesem Frühjahr vorgelegt. Es enthält zwar einen dreimonatigen Vorbereitungskurs für SeiteneinsteigerInnen vor Unterrichtsantritt, aber der startet erst im November für das zweite Schulhalbjahr des laufenden Schuljahres. Für die jetzt eingestellten SeiteneinsteigerInnen gibt es dieses Angebot nur berufsbegleitend. Die Zahl an Studienplätzen für Lehramt an der Universität Potsdam wird erst jetzt nennenswert erhöht. Diese AbsolventInnen erreichen in frühestens sechs Jahren die Schulen.

Seiten- und QuereinsteigerInnen können eine Bereicherung für die Schule sein, denn viele bringen Erfahrungen aus ihrer Berufspraxis mit ins Klassenzimmer. Das Brandenburger Modell sieht allerdings vor, dass sie schon nach 15 Monaten unbefristete Verträge erhalten können. LehrerInnen brauchen aber eine gute Ausbildung und sollen alle die Chance dazu erhalten. Wir erwarten, dass sie vor, während und nach dieser Einstiegsphase so qualifiziert werden, dass sie fachlich und didaktisch bundesweit anerkannte pädagogische Standards erfüllen. Dafür müssen Fortbildungs- und Weiterbildungsangebote, Beratung und Unterstützung erheblich ausgebaut und qualifiziert werden. So sollen möglichst viele SeiteneinsteigerInnen einen vollwertigen Lehramtsabschluss erhalten. Gleichzeitig wollen wir das „Team Schule“ durch zusätzliche Stellen für Schulsozialarbeit, Verwaltung und Betreuung von Informationstechnik stärken. Dadurch werden LehrerInnen entlastet und können sich stärker auf den Unterricht konzentrieren.

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