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Bildung, Wissenschaft, Kultur | 14.03.17

Kein Kind zurücklassen

Marie Luise von Halem liest beim bundesweiten Vorlesetag am 24.11.2013 © Frauke Havekost
Marie Luise von Halem liest beim bundesweiten Vorlesetag am 24.11.2013 © Frauke Havekost

Wer nur kriecht, kann wenigstens nicht stolpern. Das mag sich die rot-rote Regierungskoalition gesagt haben, als sie sich in Sachen Inklusion an Schulen vor sechs Jahren gaaanz langsam auf den Weg machte. Den hatte unsere Fraktion mit dem Gutachten des renommierten Inklusionsforschers Prof. Dr. Ulf Preuss-Lausitz bereits aufgezeichnet und diskutierte dies mit hunderten Lehrkräften und Eltern im Land. Als die Landesregierung später die fortschrittlichen Empfehlungen ihres eigenen wissenschaftlichen Beirates zur inklusiven Bildung in die Schublade packte, schauten wir uns diese Vorschläge mit den Betroffenen vor Ort an.„Unser Druck und unser Drängen haben sich gelohnt“, freut sich unsere bildungspolitische Sprecherin Marie Luise von Halem.

„Bildungsminister Baaske hat jetzt ein Konzept für das gemeinsame Lernen vorgelegt, in dem er viele bündnisgrüne Forderungen beherzigt.“ Dazu zählen: Das zunächst an 80 Grundschulen gestartete Pilotprojekt zur Inklusion wird ausgeweitet. Das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung ist auch an weiterführenden Schulen von der 7. bis zur 10. Klasse möglich. Es gibt über 400 Lehrkräfte zusätzlich und multiprofessionelle Teams mit Sonderpädagoginnen und SozialarbeiterInnen nicht nur an den Förder-, sondern an allen Schulen im Programm. Mehr Personal und Geld stehen allen teilnehmenden Schulen pauschal zur Verfügung und müssen nicht extra beantragt werden. Ob ein Kind schwerbehindert ist oder hochbegabt, schwierig oder besonders emotional, frisch hierher gezogen oder nach längerer Krankheit wieder in der Schule: Alle können zusammen in eine Schule gehen und dort individuell gefördert werden.

„Offen bleibt“, gibt Marie Luise von Halem zu bedenken, „wie die Lehrkräfte kontinuierlich fortgebildet und begleitet werden und ob wir all die benötigten Sonderpädagoginnen nicht selbst im Land ausbilden sollten.“ Und warum bleiben die Freien Schulen und Oberstufenzentren bei der Inklusion außen vor? Wieso haben Eltern keinen rechtlichen Anspruch darauf, dass ihr Kind in einer regulären Schule unterrichtet wird? Das sind wohl Stolperfallen, aber: Nur wer kriecht ...

Haasenburg-Skandal

Unsere Fraktion brachte die skandalöse und menschenfeindliche Praxis in den Haasenburg-Jugendheimen auf die Tagesordnung des Parlaments und setzte ihre Forderung nach Schließung der Haasenburg-Heime, einer Untersuchung der Vorgänge und einem neu zu konzipierenden Umgang mit schwierigen Jugendlichen durch. Darüber hinaus wollen wir einen flächendeckenden „Heim-TÜV“, eine Ombudsstelle für die Jugendlichen in den Einrichtungen und eine ständige Fallkonferenz für schwierige Fälle.

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