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Für eine bäuerliche Landwirtschaft, keine industrielle Massentierhaltung | 12.03.15

Klar zur Agrarwende

Demo gegen Massentierhaltung am 14.1.2015 vor dem Landtag © Janosch Raßmann / Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag

Die Landwirtschaft steckt in einer Vertrauenskrise. VerbraucherInnen sind erschrocken über TV-Bilder, auf denen Enten mit Mistgabeln erschlagen, Ferkel mit bloßer Hand getötet, Schweinen die Schwänze, Hühnern die Schnäbel abgeschnitten werden. Viele bäuerliche Betriebe wollen und dürfen mit den schwarzen Schafen nicht über einen Kamm geschoren werden. Auch deshalb haben wir die Einladung des Kreisbauernverbands Elbe-Elster gern angenommen und uns moderne konventionelle Schweine- und Rinderställe angeschaut: Die Tiere dort hatten vergleichsweise viel Bewegungsfreiheit, allerdings keinen Auslauf, kaum Frischluft oder Tageslicht.

Zeit für eine neue Haltung

Viele BrandenburgerInnen demonstrierten mit zehntausenden Menschen anlässlich der Grünen Woche Anfang 2015, dass sie Megaställe satt haben. 34.000 Unterschriften der Volksinitiative gegen Massentierhaltung zeigen, welchen großen Rückhalt der Protest gegen industrielle Tierfabriken in der märkischen Bevölkerung hat. Bei der Anhörung der Volksinitiative, von LandwirtInnen, UmweltschützerInnen und WissenschaftlerInnen im Agrarausschuss des Landtages reichten die Plätze im Saal nicht aus – die Diskussion wurde per Live-Stream in einen weiteren Raum übertragen. Die meisten Angehörten wollen eine tiergerechte Haltung und dass der Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft reduziert wird. Der Bauernbund ist dafür, dass Fördermittel für neue Stallbauten restriktiver ausgegeben werden. Auf seiner Märzsitzung muss sich der Landtag mit der Volksinitiative befassen – unsere Fraktion steht voll und ganz hinter deren Forderungen.

Bleibt Tierwohl hohle Phrase?

Die Förderabsichten des Agrarministers sprechen allerdings noch eine andere Sprache. Stallanlagen, die kaum über den geltenden gesetzlichen Standards liegen und damit weiter die elenden Haltungsbedingungen zementieren, sollen mit 20 Prozent gefördert werden – das gehört gestrichen! Und die von Vogelsänger geplante 40-prozentige Premiumförderung muss eine sein, die ihren Namen auch verdient: Geld vom Land darf es nur da geben, wo Tiere mehr Licht, mehr Luft, mehr Auslauf bekommen. Von Niedersachsen kann man sich das abgucken. Wir nehmen gern den Verbraucherschutzminister Markov beim Wort, der die Initiative von neun Bundesländern für ein Verbot von Reserveantibiotika in der Tiermast unterstützen will. Denn diese Reserveantibiotika werden in der Humanmedizin als allerletztes Mittel gebraucht, wenn klassische Antibiotika aufgrund von Resistenzen nicht mehr anschlagen. Unsere Fraktion kann man beim Wort nehmen – und sich davon z. B. in den öffentlichen Ausschuss- und Landtagssitzungen überzeugen.

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