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Für eine bäuerliche Landwirtschaft, keine industrielle Massentierhaltung | 26.06.18

Bündnisgrüne wollen regionalen Anbau von Lebensmitteln mit Regionallabel und Einsatz in öffentlichen Kantinen stärken

Die regionale Herkunft von Lebensmitteln ist das zweitwichtigste Kaufkriterium für die Verbraucherinnen und Verbraucher. Die große Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln in der Region Berlin-Brandenburg übersteigt derzeit jedoch das Angebot. Wie eine Große Anfrage der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an die Landesregierung ergeben hat, ist der Eigenversorgungsgrad mit regionalen Lebensmitteln insbesondere bei Obst und Gemüse derzeit gering. Die bündnisgrüne Fraktion will dem entgegenwirken. Sie setzt sich unter anderem dafür ein, dass der Anteil regionaler Lebensmittel in Kantinen der öffentlichen Hand und bei Caterern von Freien Trägern z.B. den Versorgern von Kitas, Krippen, Schulen und Seniorenheimen erhöht wird.

Außerdem macht sich die Fraktion für die Einführung einer zertifizierten Regionalkennzeichnung für Brandenburger Produkte („Made in Brandenburg“) stark. Schließlich sollen sämtliche bestehenden Förderprogramme für regionale Lebensmittel im Bereich Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung auf ihre Wirksamkeit hin überprüft und gfls. überarbeitet werden. Diese Forderungen sind Teil eines Entschließungsantrags, den die Fraktion im Landtagsplenum an diesem Donnerstag stellt.

„Wie unsere große Anfrage ergeben hat, wurde in den vergangenen Jahren in Brandenburg lediglich der Spargel- und Kürbisanbau ausgeweitet. Bei vielen anderen Gemüsearten sieht die Bilanz düster aus. Bei Gurken, Kohl, Spinat und Bohnen sind deutliche Einbrüche zu verzeichnen. Bio-Gemüse wird landesweit lediglich auf 380 Hektar angebaut“, sagte der landwirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion Benjamin Raschke. Für die Situation verantwortlich sei ein Mangel an erfahrenen Gartenbau- und Verarbeitungsbetrieben im Land und Nachwuchsproblem in der Branche.

Brandenburg verfolge bei der Förderung der regionalen Lebensmittelproduktion zwar schon einige gute Ansätze. Es gebe zum Beispiel das Cluster Ernährungswirtschaft, Pro Agro und die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau. Auch existierten zahlreiche Fördermöglichkeiten wie zum Beispiel Beratungen durch die Wirtschaftsförderung Brandenburg, die Möglichkeit einer einzelbetrieblichen Förderung, die Förderung umweltgerechter landwirtschaftlicher Produktionsverfahren und zur Erhaltung der Kulturlandschaft sowie zur Marktstrukturverbesserung. „Dennoch zeigen die bisherigen Fördermöglichkeiten zuwenig Wirkung“, sagte Benjamin Raschke.

Die Große Anfrage im Internet: http://gruenlink.de/1gir

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