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Pressemitteilung | 25.05.11

Vorstoß der SPD zur Agro-Gentechnik: Die Industrie wird sich freuen

Die agrarpolitische Sprecherin der bündnisgrünen Fraktion im Brandenburger Landtag SABINE NIELS hat die SPD-Landtagsfraktion kritisiert, die sich gegen ein gentechnikfreies Brandenburg ausgesprochen hat:

„Die SPD wehrt sich anscheinend, die Landwirtschaft in eine nachhaltig ökologische Zukunft zu führen. Diese Haltung ist ein Schritt in die falsche Richtung.

„Die Anhörung im Landtag hat deutlich gezeigt, dass eine Koexistenz von Ackerflächen mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) und ohne GVO nicht möglich ist", sagte die Grünenpolitikerin. „Einmal freigesetzt, kann eine unkontrollierte Ausbreitung gentechnisch veränderter Organismen nicht verhindert werden. Der industriefreundliche Vorstoß der SPD-Fraktion führt das Bekenntnis im Koalitionsvertrag, gentechnikfreie Regionen im Land zu unterstützen, ad absurdum. Zudem steht er im Widerspruch zu den Vorstellungen der eigenen Bundespartei, die sich gegen den Einsatz von Agro-Gentechnik ausspricht.

Mit der fadenscheinigen Begründung 'Gentechnologie werde für die Welternährung´ gebraucht, greift die SPD tief in die rhetorische Mottenkiste. „Jeder der sich ernsthaft mit der Agro-Gentechnik befasst, müsse wissen, dass dies nur PR-Phrasen der Agrarkonzerne sind."

So ist es laut einer aktuellen Studie der Umweltstiftung World Wide Fund For Nature (WWF) und der Heinrich Böll Stiftung zufolge nicht notwendig, die Lebensmittelproduktion in den kommenden vier Jahrzehnten deutlich zu steigern, damit alle Menschen satt werden. Viel wichtiger sei es Verteilungs- und Effizienzfragen zu lösen.

„Seit dem Verbot des Anbaus von Gen-Mais Mon-810 des Konzerns Monsanto wegen Gefahren für die Umwelt im April 2009 ist Brandenburg bereits gentechnik-frei", sagte NIELS. Dieser Status sollte beibehalten und abgesichert werden. Ein Antrag der bündnisgrünen Landtagsfraktion befindet sich derzeit in der parlamentarischen Beratung.

>>> der bündnisgrüne Antrag „Keine Agro-Gentechnik in Brandenburg" als pdf

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