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Pressemitteilung | 13.03.18

Ausbildungschancen durch frühe Berufsorientierung und Jugendberufsagenturen stärken

(Nr. 47) Auf einer Konferenz sind heute die Ergebnisse des „Ländermonitors berufliche Bildung 2017“der Bertelsmann-Stiftung diskutiert worden. Dazu nimmt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, MARIE LUISE VON HALEM wie folgt Stellung:

„Wir dürfen uns auf den erfreulichen Ergebnissen der Bertelsmannstudie nicht ausruhen. Auch verzeichnet die Studie erhebliche Unterschiede bei der Relation von Ausbildungsangebot und Nachfrage zwischen 87 Prozent im Arbeitsagenturbezirk Eberswalde und 106 Prozent im Arbeitsagenturbezirk Potsdam. Wir appellieren an die Betriebe, wieder mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen.

Wir plädieren zudem für mehr und frühere Angebote der Berufsorientierung in den Schulen, um die Chance auf einen Wunschberuf zu erhöhen und die Abbruchquote zu senken. Wir ermutigen alle die Landkreise, die das bis jetzt noch nicht getan haben, Jugendberufsagenturen einzurichten, in denen rechtskreisübergreifend die Angebote der Agentur für Arbeit, des Jobcenters und des Jugendamtes unter einem Dach gemeinsam gebündelt werden. Jugendberufsagenturen können auch mit aufsuchender Sozialarbeit Jugendliche in Problemlagen erreichen. Wir fordern von der Landesregierung eine Anschubfinanzierung der Jugendberufsagenturen für deren zusätzlichen Koordinationsaufwand und die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit.“

Der „Ländermonitor berufliche Bildung 2017“ der Bertelsmann-Stiftung weist für Brandenburg folgende Besonderheiten aus: Die Zahl der Neuzugänge ins Berufsbildungssystem hat sich aufgrund des demografischen Wandels zwischen 2007 und 2015 von 29.368 auf 16.485 um 44 Prozent verringert. Das betriebliche Ausbildungsangebot ist – auch aufgrund der demografischen Entwicklung - um 35 Prozent zurückgegangen. Das Ausbildungsangebot und die Nachfrage waren 2016 rein statistisch ausgeglichen mit starken regionalen Unterschieden. Brandenburg weist bundesweit mit 16,1 Prozent die niedrigste Quote von jungen Menschen im sogenannten Übergangssystem (im Wesentlichen berufsvorbereitende Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit) auf.

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