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Pressemitteilung | 08.02.11

Agro-Gentechnik gefährdet Landwirtschaft

(Nr. 20) Anlässlich des heutigen Bauerntags des Deutschen Bauernbundes Brandenburg hat die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Landesregierung erneut aufgefordert, die Gründung gentechnikfreier Zonen aktiv zu unterstützen. Die Agro-Gentechnik gefährde den Wachstumsmarkt Ökolandbau, die konventionelle Landwirtschaft, Imkerei und Tourismus und werde von den VerbraucherInnen mehrheitlich abgelehnt, sagte SABINE NIELS. In diesem Jahr sei bislang für Brandenburg laut Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) kein Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen angemeldet. Dies sei jedoch kein Grund zur Entwarnung, sagte SABINE NIELS. „Ob es nicht doch noch zu Anmeldungen kommt und 2011 genmanipulierte Pflanzen in Brandenburg angebaut werden, ist noch offen."

Zwar ist der Genmais MON810 von Monsanto in Deutschland noch verboten, aber es läuft derzeit ein Wiederzulassungsverfahren in der Europäischen Union. Bei erneuter Genehmigung wäre damit auch das deutsche Verbot hinfällig, warnt SABINE NIELS. Betroffen wäre dann die Region Herzberg im Süden Brandenburgs. Die Firma Syngenta besitzt dort eine Genehmigung zur Aussaat. Doch sie sei vorsichtig optimistisch, denn Mais müsste bis Mitte Mai in den Boden gebracht werden, sagte die Grünenpolitikerin. Landwirte, die zugelassenes gentechnisch verändertes Saatgut einsetzen, sind in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, dies spätestens drei Monate vor der Aussaat anzuzeigen. „Das Zeitfenster schließt sich also langsam, auch für den Anbau der Gen-Kartoffel Amflora, die sogar amtlich angebaut werden darf", so NIELS.

Im Brandenburger Landtag wird derzeit ein Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN diskutiert, wonach die Landesregierung die Gründung gentechnikfreier Zonen aktiv zu unterstützen soll. Eine Zustimmung aller Fraktionen wäre ein klares Signal an die Unternehmen, die Bauernschaft und die Verbraucher, dass Gentechnik im Land Brandenburg nicht erwünscht ist, sagte SABINE NIELS. Dies sei aber leider nicht in Sicht. „Damit gefährdet die Agro-Gentechnik den Wachstumsmarkt ökologischer Landbau, auf dem Brandenburg in Deutschland Spitzenreiter ist, aber auch die konventionelle Landwirtschaft, die Imker und den Ruf Brandenburgs bei den Touristen als Land der Naturschutzgebiete."

Mehr Infos: Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit/ apps2.bvl.bund.de/stareg_web/bundeslandStatistic.do

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