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Pressemitteilung | 29.08.19

Jugendprojekt „Maramures“: Grüne erwarten Aufklärung über Brandenburger Beteiligung

(Nr. 131) Laut Medienberichten ermittelt die Staatsanwaltschaft in Rumänien gegen ein Jugendprojekt „Maramures“. Das Projekt hat schwer erziehbare Kinder und Jugendliche in einem Hof und Familien in Rumänien untergebracht. Der Vorwurf lautet, dass die Kinder und Jugendlichen „übermäßiger körperlicher Arbeit“ ausgesetzt, „sklavenartig“ behandelt und ihnen ihre Medikamente vorenthalten worden sein sollen. Auch sollen finanzielle Mittel möglicherweise nicht zweckgerecht eingesetzt worden sein. Die Büroleitung des Projekts hat ihren Sitz in Babelsberg und liegt bei Marcel Kankarowitsch, dem früheren Geschäftsführer des Diakonischen Werks Potsdam. Die Betriebserlaubnis des Projekts wurde vom Sozialministerium Rumäniens erteilt. Hierzu sagt die jugendpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Marie Luise von Halem:

„Sollten Jugendliche aus Brandenburg betroffen sein, erwarten wir von den zuständigen Behörden eine lückenlose Aufklärung zu dem erhobenen Verdacht gegen das Projekt ‚Maramures’. Ich werde dazu die Landesregierung schriftlich befragen. Zum einen wollen wir Klarheit über die Behandlung der Kinder und Jugendlichen, zum anderen zum Vorwurf möglicher Zweckentfremdung von Mitteln aus Hilfen zur Erziehung durch den Projektträger. Falls örtliche Jugendhilfeträger in Brandenburg betroffen waren oder sind, möchten wir wissen, inwieweit sie ihrer Aufsichtspflicht nachgekommen sind. Darüber hinaus müsste geklärt werden, was nun mit den dort untergebrachten Kindern und Jugendlichen geschieht. Wir empfehlen eine externe, unabhängige Begutachtung der Zustände vor Ort.

Nach den Erfahrungen mit den skandalösen Zuständen in der früheren Jugendeinrichtung Haasenburg macht dieser Fall deutlich, dass die Lösungen für den Umgang mit schwierigen Jugendlichen in der Bundesrepublik immer noch nicht zufriedenstellend sind.“

Zur Klärung der Frage, ob Brandenburger Jugendliche betroffen sind, war das Babelsberger Büro des Projektes ‚Maramures’ telefonisch nicht erreichbar.

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