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Pressemitteilung | 12.03.19

Es reicht! Bündnisgrüne Fraktion kritisiert Umgang mit rechtsextremen Hooligans in Cottbus

(Nr. 41) Nach dem Hissen eines Gedenkbanners für einen verstorbenen rechtsextremen Hooligan aus Chemnitz während eines Spiels des Vereins Energie Cottbus am vergangenen Samstag hat die Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Ursula Nonnemacher scharfe Kritik an der Vereinspitze geübt.

„Seit Jahren ist bekannt, dass es in Cottbus massive Probleme mit rechtsextremen Hooligans gibt. Der Verfassungsschutz spricht hier von einem toxischen Gebilde aus Türsteherszene, Kampfsportlern, Hooligans und Neonazis. Hatte Energie Cottbus sich bei Problemen mit rechtsextremen Fußballanhängern jahrelang weggeduckt, gab es vergangenes Jahr durch die Ankündigung eines Maßnahmeplans positive Signale. Nur was nützt das, wenn die Pläne nicht umgesetzt werden und das eigene Personal nicht ein Minimum an Fachkenntnis und Aufmerksamkeit gegenüber rechtsextremen Unterwanderungs-Aktionen im Stadion an den Tag legt. Warum dauert es ein Jahr, bis die Stelle des Vielfalts-Beauftragten besetzt wird? Offenkundig hat Energie Cottbus den Ernst der Lage immer noch nicht begriffen.

Und das scheint leider auch auf die Stadtspitze zuzutreffen. Oberbürgermeister Holger Kelch hat den Verein anlässlich des Vorfalls zwar kritisiert, damit aber erneut den relativierenden Hinweis verbunden, die Aktion sei auch `Wasser auf die Mühlen (…) derer, die unsere Stadt pauschal in die rechte Ecke stellen´. Angesichts des negativen Rufs, der Cottbus durch die hier agierende rechtsextreme Szene anhaftet, müsste es oberstes Anliegen sein, alle Maßnahmen gegen den Rechtsextremismus und seine Anhänger mit aller Kraft voranzubringen. Diejenigen, die die Misstände offen ansprechen der Nestbeschmutzung zu bezichtigen, zählt sicher nicht dazu.

Auch sollte keine Gelegenheit ausgelassen werden, um zivilgesellschaftliches Engagement gegen den Rechtsextremismus in Cottbus durch Signale der Weltoffenheit und Toleranz zu unterstützen. Als `Zukunft Heimat´ sogar am Holocaust-Gedenktag durch die Innenstadt zog, wäre beispielsweise die Teilnahme des Oberbürgermeisters an der Gedenkfeier in der Cottbuser Synagoge das richtige Signal gewesen.“

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