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Rede | 27.02.20

Petra Budke spricht zum Antrag der Fraktion BVB/FW "Förderung der Erzieherausbildung sicherstellen"

- Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Abgeordnete, liebe Gäste,

Kita ist Bildung.

Unter diesem Schlagwort haben sich Eltern, Fachkräfte und Träger in den letzten Jahren erfolgreich für Verbesserungen im Kita-System stark gemacht. Denn eins  ist klar und wurde jetzt auch schon mehrfach betont:

In den ersten Lebensjahren wird der Grundstein gelegt für die zukünftige Entwicklung eines Kindes. Deshalb ist es so wichtig, gerade diesen Jahren mehr Aufmerksamkeit in unserem Bildungssystem zu schenken.

Wir haben uns als Koalition entscheidende Verbesserungen für die Kitas vorgenommen und es werden – zu Recht – sehr viele Haushaltsmittel zusätzlich in die Kitas fließen. Wir wollen beginnen mit einer Verbesserung der Qualität, indem der sog. Betreuungsschüssel für den Bereich der Drei bis Sechsjährigen ab August von 1:11 auf 1:10 verbessert wird. Es folgen weitere Verbesserungen auch im Unter-Dreijährigenbereich. Eine grundlegende Reform des Kitagesetzes ist ebenfalls in Arbeit. Dabei sollen auch die Zeit für die Vor- und Nachbereitung, Fortbildungen und Leitungsfreistellungen besser berücksichtigt werden. Gerade letzte Woche startete der umfassende Beteiligungsprozess mit einer großen Auftaktveranstaltung.

Natürlich stellt sich die Frage, woher sollen die vielen zusätzlich benötigten Erzieherinnen und Erzieher kommen, wenn es schon jetzt einen gravierenden Fachkräftemangel gibt. Ich meine, dazu gehören gute Ausbildungsbedingungen ebenso wie gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung.

Werfen wir einen Blick auf die Ausbildung, denn das ist der Kern des vorliegenden Antrags von BVB/Freie Wähler „Förderung der Erzieherausbildung sicherstellen“.

Zu Recht wurde die Ausbildung …. stark aufgewertet, indem als Voraussetzung der Mittlere Schulabschluss (MSA) nicht mehr ausreicht, sondern man ein Fachabitur oder einen Fachschulabschluss benötigt,  d.h. ganz konkret, dass die jungen Leute nach dem MSA noch eine zweijährige Sozialassisten*innen ausbildung absolvieren müssen und erst dann die dreijährige Erzieherfachschule besuchen können. Das ist natürlich eine lange Ausbildungszeit.

Diese Ausbildung ist an staatlichen Schulen, an vielen Oberstufenzentren, möglich und kostet da auch nichts. Es besteht Anspruch auf Bafög, aber anders als in einer dualen Ausbildung erhält man leider keine Ausbildungsvergütung. Dass an manchen Erzieherfachschulen Freier Träger auch noch Schulgeld anfällt, ist sicherlich für die Berufswahl nichtgerade förderlich. Wir müssen prüfen, ob das nicht, ebenso wie bei den Pflegefachschulen, wo es dieses Problem ja auch gab, vom Land übernommen werden kann.

In ihrem Antrag fordern Sie darüber hinaus, eine Strategie für eine vollwertige pädagogische berufsbegleitende Zusatzausbildung für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger zu ermöglichen und zu fördern.

Liebe Abgeordnete der BVB/Freie Wähler: Diese Möglichkeit der „tätigkeitsbegleitenden Qualifizierung“ gibt es doch bereits und wird von sehr vielen Menschen und Kita-Trägern genutzt. Hinweise zu solch einer „individuellen Bildungsplanung“ finden Sie zum Beispiel auf der Homepage des Ministeriums, auf der Internetseite „Erzieherausbildung Brandenburg/Seiteneinstieg“ oder auf den Seiten vieler Freier Träger.

Wer bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Fachhochschulstudium hat, kann eine duale Ausbildung in kürzerer Zeit  (zwei bis drei Jahre) absolvieren, ist dann teilweise in der Kita eingesetzt, besucht gleichzeitig Fortbildungskurse und erhält dafür auch eine Vergütung.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, weitere Verbesserungen in der frühkindlichen Bildung und eine Reform des Kitagesetzes sind ein zentrales Anliegen dieser Koalition. Lassen Sie uns dafür sorgen, dass unsere Kinder in Kitas gute Bildungsangebote und die bestmögliche Förderung erhalten – mit qualifiziertem Personal und guten Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen. Daran arbeiten wir.

Dankeschön!

 

 

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