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Kleine Anfrage | 03.03.17

Berlin erhöht den Bio-Anteil in der öffentlichen Verpflegung! Wie nutzt Brandenburg diese Chance für mehr regionale landwirtschaftliche Wertschöpfung?

>> Die Kleine Anfrage und Antwort der Landesregierung als pdf-Datei

(Nr. 2509 – Benjamin Raschke) Die Berliner Koalition aus SPD, Linke und Bündnis 90/Die Grünen hat sich für die Legislaturperiode 2016-2021 (pdf-Datei) vorgenommen, den „Anteil an Bio-Essen in Kindertagesstätten, Schulen, Kantinen, Mensen und beim Catering in öffentlichen Einrichtungen bis 2021 deutlich zu erhöhen. Nach dem Vorbild Kopenhagens wird in einem Modellprojekt mit Großküchen und Caterern gezeigt, wie der Anteil an Bio-Produkten, saisonalen und Frischzutaten durch Weiterbildung und Beratung weitgehend kosten-neutral erhöht und wie Lebensmittelverschwendung und -verluste vermindert werden können.“ Seit Beginn 2014 werden die Grundschulessen in Berlin mit einem wert-mäßigen Bio-Anteil von durchschnittlich 40 Prozent zubereitet. Leider wird der Bio-Warenanteil für die fast 90.000 Mittagessen in den Grundschulen fast ausschließlich außerhalb der Region Berlin-Brandenburg bezogen, da es in Brandenburg praktisch keine Betriebe gibt, die sich auf die Belieferung der öffentlichen Verpflegung spezialisiert haben. Bisher ist unklar, wie Brandenburg diese Chance für mehr regionale landwirtschaftliche Wertschöpfung nutzen kann.
Ich frage daher die Landesregierung
1. Sieht das Land Brandenburg die oben genannte Vereinbarung des Berliner Koalitionsvertrages als Chance, um den Absatz ökologisch erzeugter Lebensmittel in Brandenburg zu steigern und den Anteil der Bio- Landwirtschaft zu erhöhen?
2. Die Berliner Koalition will mit dem Land Brandenburg weitere Möglichkeiten zur stärkeren Nutzung regional erzeugter Lebensmittel ausloten. Welche Schwerpunkte wird das Land Brandenburg bei dieser Zusammenarbeit setzen?
3. Welcher Anteil der in Berlin nachgefragten Bio-Lebensmittel für die öffentliche Verpflegung kann potentiell in Brandenburg hergestellt werden? Gibt es hierzu Szenarien/ Prognosen, wenn ja, welche, wenn nein, beabsichtigt die Landesregierung derartige Szenarien/ Prognosen zu beauftragen?
4. Welche konkreten Anforderungen/Handlungsfelder sieht das Land, um den Berliner Markt im Segment der öffentlichen Verpflegung mit Bio-Lebensmitteln in den kommenden fünf Jahren zu erschließen?
5. Wie wird das Land zukünftig bestehende Unternehmen fördern, um das Bio-Lebensmittelmarktsegment in der öffentlichen Verpflegung in Berlin, aber auch in Brandenburg zu erschließen? Welche Beratungs- und Unterstützungsangebote bestehen bereits und welche sind in Planung, um bestehende ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte bei der Markterschließung in der öffentlichen Verpflegung mit Bioprodukten zu unterstützen?
6. Der Anteil der ökologischen Landwirtschaft in Brandenburg stagniert seit 2004, während der Biomarkt in Berlin kontinuierlich in großen Sprüngen wächst. Was beabsichtigt die Landesregierung zu tun, um den Anteil der ökologischen Landwirtschaft zu erhöhen? Gibt es Pläne, die bundesweit niedrigste Umstellungsförderung zu erhöhen? Wenn nein, warum nicht, wenn ja, in welcher Höhe könnte diese Anpassung erfolgen?
7. Welche sonstigen Einstiegshilfen (Beratung, finanzielle Unterstützung, Netzwerk, etc.) bietet das Land Gründerinnen und Gründern von ökologisch wirtschaftenden Betrieben konkret an?
8. Der Masterplan Ernährungswirtschaft Brandenburg aus dem Jahr 2014 hat unter anderen zum Ziel, regionale Wertschöpfungsketten auszubauen, um die Verwendung regional erzeugter Rohstoffe in den Zielmärkten zu stärken und die Wertschöpfung in Brandenburg zu steigern (Handlungsfeld vier). Welche Maßnahmen wurden in diesem Handlungsfeld in den letzten zwei Jahren zur Steigerung der Versorgung mit Bio-Lebensmitteln aus Brandenburg in der öffentlichen Verpflegung umgesetzt? Wie bewertet die Landesregierung die durchgeführten Maßnahmen hinsichtlich ihrer Wirksamkeit (insofern Kennzahlen / Indikatoren vorhanden sind, bitte angeben)?
9. Um bessere Zugänge insbesondere zum Berliner Markt (pdf-Datei) zu schaffen, hat sich die Landesregierung zum Ziel gesetzt, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrategien zu entwickeln.
a. Welche Verarbeitungs- und Vermarktungsstrategien sind bis jetzt entwickelt worden?
b. Wie ist der jeweilige Umsetzungsstand?
c. In welchen Strategien ist die Versorgung Berliner Märkte mit Bio-Lebensmitteln berücksichtig?
d. Mit welchem Ergebnis konnte die Versorgung Berliner Märkte mit Bio-Lebensmitteln in den letzten Jahren gesteigert werden?
10. Wie bewertet die Landesregierung das Kopenhagener Modellprojekt hinsichtlich seiner Übertragbarkeit bzw. einer Einführung in Brandenburg?
11. Wie hoch ist der momentane Anteil von biologisch erzeugten Lebensmitteln in der öffentlichen Verpflegung in Brandenburg (bitte Angabe in Prozent)?
12. Wie lautet das momentane Ziel in Brandenburg bei der öffentlichen Verpflegung Bio-Lebensmittel einzusetzen? Plant die Landesregierung eine Erhöhung des Bio-Anteils in der öffentlichen Verpflegung bis 2019?