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Große Anfrage | 08.04.15

Geflügelhaltung in Brandenburg

>> Zur Großen Anfrage und Antwort der Landesregierung als pdf-Datei

(Nr. 9 – Benjamin Raschke) Die Geflügelhaltung in Brandenburg hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Viele Großanlagen zur Haltung von Legehennen oder Mastgeflügel wurden neu errichtet oder ausgebaut. Dabei kommt es zu starken lokalen Tierkonzentrationen in einigen Regionen Brandenburgs.
Wir fragen die Landesregierung:

Aktuelle Situation und Entwicklung

A) Gesamt

1. Wie viele Legehennen-, Putenmast-, Entenmast-, Hähnchenmastplätze und Elterntierplätze der jeweiligen Art gibt es aktuell in Brandenburg (Bitte jeweils die Gesamtzahl angeben und zusätzlich nach Landkreisen aufschlüsseln)?
2. Wie viele Legehennen, Mastputen, Mastenten und Masthähnchen werden in Brandenburg pro Jahr unter Einbeziehung des Umlaufes gehalten (Bitte die Gesamtzahl angeben und zusätzlich nach Landkreisen aufschlüsseln)?
3. Wie haben sich die in Fragen 2 und 3 genannten Gruppen zahlenmäßig in Jahren 1991, 2001 und 2011 in Brandenburg entwickelt?
4. Hat die Landesregierung Zielzahlen wie viel Geflügelhaltung sie für Brandenburg anstrebt und gibt es regionale, wirtschaftliche, ökologische oder ethische Kriterien auf denen diese Zielzahlen basieren?
5. In welchen Gemeinden gibt es die höchste Dichte an Tierhaltungsplätzen von Legehennen-, Mastputen-, Mastenten-, und Masthähnchen (Bitte um Angabe der Gemeinden mit den zehn höchsten Werten je Gruppe)?
6. Sind aktuell weitere Legehennen- oder Geflügelmastanlagen größer 15.000 Tiere je Stalleinheit beantragt (Bitte mit Angaben zu Landkreis, Ort, Ortsteil, Antragsteller des Bauantrags, Tierart, Anzahl der Tierplätze, Produktionsrichtung mit dazugehörigem Haltungsverfahren wie z.B. Boden-, Freiland-, Volierenhaltung und beantragten Fördermitteln)?
7. Sind der Regierung darüber hinaus Planungen zur Errichtung von Anlagen bekannt, die noch nicht beantragt sind (Bitte mit Angaben zu Landkreis, Ort, Ortsteil, Antragsteller des Bauantrags, Tierart, Anzahl der Tierplätze,
Produktionsrichtung mit dazugehörigem Haltungsverfahren wie z.B. Boden-, Freiland-, Volierenhaltung und beantragten Fördermitteln)?

B) konventionelle Haltung

8. Wie viele Legehennen, Mastputen, Mastenten und Masthähnchen werden in Brandenburg konventionell pro Jahr unter Einbeziehung des Umlaufes gehalten (Bitte die Gesamtzahl angeben und zusätzlich nach Landkreisen aufschlüsseln)?
9. Wie viele konventionelle Legehennen-, Putenmast-, Entenmast-, Hähnchenmastplätze und Elterntierplätze gibt es aktuell in Brandenburg (Bitte jeweils die Gesamtzahl angeben und zusätzlich nach Landkreisen aufschlüsseln)?
10. Wie viele konventionelle Legehennen-, Putenmast-, Entenmast-und Hähnchenmast-Betriebe gibt es aktuell in Brandenburg (Bitte jeweils die Gesamtzahl angeben und zusätzlich nach Landkreisen aufschlüsseln)?
11. Wie viele Tiere halten die jeweils zehn größten konventionell wirtschaftenden Legehennen-, Mastputen-, Mastenten-, und Masthähnchen-Betriebe (Bitte um tabellarische Darstellung sortiert nach Größe mit Informationen zu Landkreis, Ort, Tierart, Anzahl der Tierplätze, Produktionsrichtung mit dazugehörigem Haltungsverfahren wie z.B. Boden-, Freiland-, Volierenhaltung und ausgereichten Fördermitteln der Landesregierung)?

C) Bio

12. Wie viele Legehennen, Mastputen, Mastenten und Masthähnchen werden in Brandenburg nach EU-Öko-Verordnung zertifiziert pro Jahr unter Einbeziehung des Umlaufes gehalten (Bitte die Gesamtzahl angeben und zusätzlich nach Landkreisen aufschlüsseln)?
13. Wie viele Legehennen-, Putenmast-, Entenmast-, Hähnchenmastplätze und Elterntierplätze der jeweiligen Art gibt es aktuell nach EU-Öko-Verordnung Brandenburg (Bitte jeweils die Gesamtzahl angeben und zusätzlich nach Landkreisen aufschlüsseln)?
14. Wie viele nach EU-Öko-Verordnung zertifizierte Legehennen-, Putenmast-, Entenmast-und Hähnchenmast-Betriebe gibt es aktuell in Brandenburg (Bitte jeweils die Gesamtzahl angeben und zusätzlich nach Landkreisen aufschlüsseln)?
15. Wie viele Tiere halten die jeweils zehn größten der nach EU-Öko-Verordnung wirtschaftenden Legehennen-, Mastputen-, Mastenten-, und Masthähnchen-Betriebe (Bitte um tabellarische Darstellung sortiert nach Größe mit Informationen zu Landkreis, Ort, Tierart, Anzahl der Tierplätze, Produktionsrichtung mit dazugehörigem Haltungsverfahren wie z.B. Boden-, Freiland-, Volierenhaltung und ausgereichten Fördermitteln der Landesregierung)?

D) Genehmigungsverfahren/Fördermittel

16. Welche Änderungen an den Förderrichtlinien wurden insbesondere in den Bereichen Tierwohl und Umweltschutz in der neuen Förderperiode umgesetzt. (Bitte um vergleichende detaillierte tabellarische Darstellung der Veränderung für die verschiedenen Parameter)?
17. In welcher Höhe wurden seit der Kleinen Anfrage 3608 veröffentlichten Daten für die Errichtung und den Ausbau von Geflügelhaltungsanlagen Fördermittel ausgereicht (Bitte um tabellarische Darstellung mit Informationen zu Ort, Anzahl der Tierplätze, Haltungsform und Jahr)?
18. Können Betreiber von Geflügelhaltungsanlagen außer für den Stallbau noch weitere direkte oder indirekte Förderung für die Geflügelhaltung durch das Land oder die Kreise beantragen?
19. Wie ist sichergestellt, dass mehrere Anlagen zur Haltung von Geflügel die in unmittelbarer räumlicher Nähe zueinander errichtet werden bzw. wurden, in Bezug auf die Tierplatzzahlen kumulativ genehmigt werden müssen, insbesondere wenn zwischen den Betreibern wirtschaftliche, strukturelle oder familiäre Beziehungen bestehen?
20. Wie beurteilt die Landesregierung, dass bei der Kennzeichnung von Eiern nach § 4 Legehennenbetriebsregistergesetz jeder einzelne Stall, wenn er denn nicht durch Verbindungs-System mehrere Räume zu einem größeren Gesamtstall vereinigt, mit einer individuellen, fortlaufenden Kennnummer versehen sein muss?
21. Wie stellt die Landesregierung sicher, dass in Ställen mit Öko-Legehennen nach EU-ÖKO-VERORDNUNG maximal 3000 Tiere gehalten werden, die dementsprechend stets eine eigene Identifikationsnummer im Sinne des LegRegG aufweisen?
22. Werden in Brandenburg Eier aus Ställen mit mehr als 3000 Tieren unter der gleichen Stallkennung als Öko Eier vermarktet?
23. Wie viele nach der EU-Öko-Verordnung zertifizierte Legehennenställe in Brandenburg weisen keine vollständige separate Trennung in Bezug auf Versorgungseinrichtungen auf?
24. Die TierSchNutztV fordert zwingend die räumliche Trennung von max. 6000 Legehennen – in Abschnitt 1 des § 13 a wird dies ausdrücklich auch für Bodenhaltungshennen mit Freilandzugang verlangt. Warum wird diese gesetzliche Vorschrift in Brandenburg nicht umgesetzt?
25. Wie wird die gesetzliche Forderung räumliche Trennung in vorhandenen Bodenhaltungsanlagen ohne Freilandzugang genau umgesetzt?

E) Tiergesundheit/Seuchen

26. Welche Daten liegen der Brandenburger Landesregierung über die Gabe von Antibiotika in der Geflügelhaltung in Brandenburg vor (Bitte soweit wie möglich aufschlüsseln nach Tierart, Haltungsformen und verwendeten Wirkstoffen)?
27. Hat der Tierbesatz Einfluss in einem Landkreis auf die Ausstattung der Veterinär und Lebensmittelämter und wie ist der Schlüssel für deren Ausstattung? Wenn Nein, wie garantiert die Landesregierung dann die erforderliche Überwachung?
28. Wie viele Verstöße gegen Normen und Gesetze für die Haltung von Geflügel hat es in den vergangenen fünf Jahren gegeben, welche Betriebe waren betroffen und welche Konsequenzen hatten die Verstöße?
29. Wie viele Fälle von Vogelgrippe sind seit dem Bekanntwerden des Erregers in Brandenburg angezeigt worden (Bitte Angaben zu Ort, Jahr, Zahl der betroffenen Tiere und Art der Haltung)?
30. Kam es bei den aktuellen, vogelgrippebedingten Aufstallungen von Bodenhaltungshennen mit Freilandzugang, sogenannten Freilandhennen, und sogenannten Öko-Legehennen während der Aufstallung zu Fällen von Kannibalismus/Federpicken (Bitte Angaben zu Ort, Datum, Zahl der betroffenen Tiere und Art der Haltung)?
31. Waren sogenannte Öko-Haltungen betroffen in den mehr als die erlaubten 3000 Hennen in nur einem Stall unvollständig voneinander getrennt gehalten werden?
32. Wie wurde dem Kannibalismus entgegengewirkt und waren die ergriffenen Maßnahmen erfolgreich?
33. Sieht die Landesregierung einen Kausalzusammenhang bei Auftreten von Kannibalismus mit dem erfolgten Entzug des Freilandzugangs?
34. Warum wird bei der Genehmigung einer Anlage das lokale Risiko für eine Infektion mit dem Vogelgrippeerreger nicht berücksichtigt?
35. Zahlt bei einem Seuchenfall die Entschädigung für die Tierhalter allein die Tierseuchenkasse aus Tierhalterbeiträgen oder beteiligt sich das Land mit einem Zuschuss an den Kosten?
36. Welche Entschädigungen wurden in den letzten fünf Jahren für Tierseuchen an Tierhalter gezahlt?

F) Schlachtung

37. Wo gibt es in Brandenburg Schlachthöfe zur Geflügelschlachtung und wie hoch sind deren Kapazitäten?
38. Wie viel Geflügel wurde gewerblich in Brandenburg in den letzten fünf Jahren geschlachtet (Bitte aufschlüsseln nach Schlachthof und Tierart)?
39. Wertet die Landesregierung Daten aus Schlachtprotokollen aus? Falls Nein, warum nicht? Falls Ja, mit welchem Ziel?
40. Wie viele des angelieferten Geflügels an Brandenburgischen Schlachthöfen wird verwertet, wie viele Prozent sind nicht verwertbar (Bitte nach Haltungsformen aufschlüsseln)?
41. Was sind die Hauptgründe für das Verwerfen geschlachteter Tiere?

G) Tierschutz / Ethik

42. Welche Rassen werden in der Hähnchenmast in Brandenburg gehalten?
43. Wie beurteilt die Landesregierung bzw. der Tierschutzbeirat des Landes Brandenburg die ethische Vertretbarkeit s.g. Qualzuchtlinien bei Masthähnchen in Brandenburg, wie z.B. Ross oder Cobb, die einen Gendefekt haben, der das Sättigungsgefühl ausschaltet?
44. Wie beurteilt die Landesregierung bzw. der Tierschutzbeirat des Landes Brandenburg die ethische Vertretbarkeit, Legehennen nur eine Legeperiode zu halten, sie nicht mausern zu lassen und stattdessen zu schlachten?
45. Wie beurteilt die Landesregierung bzw. der Tierschutzbeirat des Landes Brandenburg die ethische Vertretbarkeit der Haltung die Elterntiere der Mastlinien über 65 Wochen bis zu einem Gewicht 3 bis 4 kg beim Elterntierhuhn und 5 bis 6 kg beim der Hahn mit eklatanten gesundheitlichen Problemen, wie Sohlengeschwüre, Gelenkentzündungen und Nekrosen?
46. Welche Bedeutung misst die Landesregierung dem Urteil des Tierschutzbeirates zu?

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