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19.12.13

3 Fragen an Marie Luise von Halem zum Landtagsneubau

Gerade sind Sie in das neue Parlamentsgebäude umgezogen. Wie finden Sie es?

„Ceci n'est pas un château“ – dieser durch ein Gemälde des belgischen Malers René Magritte inspirierte Schriftzug der Potsdamer Künstlerin Annette Paul prangt ja am Westflügel des Gebäudes. Er spielt mit Schein und Sein und verrät: Es ist kein Schloss. Zum Glück! Hinter der barocken rosa Sandsteinfassade verbirgt sich ein nüchterner, funktionaler, moderner Bürobau. Der Plenarsaal mit seiner Besucher_innentribüne ist gelungen: Das Volk sitzt über seinen Abgeordneten. In diesem Haus hätte auch ein gemeinsames Parlament von Brandenburg und Berlin Platz. Dass die Diskussion um eine Länder fusion nicht abstirbt, ist uns wichtig.

Ist nun alle Kritik am Landtagsbau verstummt?

Wir finden: Es wurden Chancen vertan. Ein Parlamentsneubau hätte doch in puncto Klimaschutz Zeichen setzen und Vorbild sein müssen! Hier steht zwar ein Niedrigenergiehaus, bei dem aber darauf verzichtet wird, sich zu 100 % aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Wir hätten zudem gerne mehr Wert auf eine ökologische Beschaffung bei Materialien und Möbeln gelegt. Ich hoffe sehr, dass es zusammen mit der Stadt Potsdam gelingen wird, um den Landtag herum eine lebendige Atmosphäre zu schaffen. Wenn der Alte Markt eines Tages fertig ist, stehen die Chancen dafür gut. Es war immer unser Ziel, mit dem neuen Landtag näher an die Menschen heran zu kommen.

Und wie hätten Sie den Adler gern: rot oder weiß?

Der weiße Adler ist ein gelungenes Kunstwerk. Es ist an den Abgeordneten, Farbe ins Parlament bringen – durch vielfältigen Meinungsstreit.