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Verkehr und Infrastruktur | 27.06.17

Besser Bus fahren

Linienbus in der Uckermark mit Werbung für den "Biberbus" auf dem Michael Jungclaus abgegildet ist © Klaus Pape
© Klaus Pape

Über eine Stunde Fahrzeit für knapp 14 Kilometer. So lange wäre unser verkehrspolitischer Sprecher Michael Jungclaus von seinem Zuhause in Neuenhagen aus unterwegs gewesen, hätte er bei der vergangenen Landtagswahl seinen SPD-Gegenkandidaten im gleichen Wahlkreis, Jörg Vogelsänger, in dessen Wohnort Erkner besuchen wollen. Und dabei öffentliche Verkehrsmittel genutzt.

Was wie Realsatire klingt, ist in vielen Teilen Brandenburgs bittere Realität. Zwar sind die Verbindungen, die nach Berlin führen, vom Schienennetz recht gut abgedeckt. Will man aber mit dem ÖPNV zwischen diesen Hauptachsen unterwegs sein, wird es schwierig. Vor allem, wenn diese Orte – wie Neuenhagen und Erkner – in unterschiedlichen Landkreisen liegen. Viele Buslinien enden an Landkreisgrenzen oder werden nur wochentags im SchülerInnenverkehr bedient. Da ist es wenig verwunderlich, dass immer mehr BrandenburgerInnen aufs Auto setzen.

Unsere Fraktion fordert verlässliche Verkehrsanbindungen auch abseits der Schiene. Busse sollen Bahnlinien nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Nur so bekommen wir insgesamt mehr Menschen in den ÖPNV. Positivbeispiele aus Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt oder dem Saarland zeigen, dass es auch besser geht: Diese Länder fördern Busverbindungen, die als bedeutsam für das Land eingestuft werden – wenn sie in einem guten Takt fahren und der Übergang zur Schiene gewährleistet ist. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg VBB geht mit den PlusBussen zwar einen Schritt in die richtige Richtung, aber auch diese verkehren größtenteils nur innerhalb einzelner Kreise.

Mit einem Antrag haben wir die Landesregierung dazu aufgefordert, das öffentliche Nahverkehrsangebot durch ein Netz von landesbedeutsamen Buslinien zu ergänzen. Dazu sollte sie zunächst ein Zielnetz entwickeln, das bestehende Mobilitätslücken schließt.

Zusätzliche Streckenkilometer sollten durch die Bereitstellung ausreichender Landesmittel finanziert werden und die landesbedeutsamen Buslinien in der Mobilitätsstrategie 2030 und der Fortschreibung des Landesnahverkehrsplans verankert werden. Zwar betont die rot-rote Koalition, dass Busse in die Zuständigkeit der Kreise fallen – und hat unseren Antrag aus diesem Grund abgelehnt. Gleichzeitig scheint die Landesregierung aber endlich den dringenden Handlungsbedarf zu erkennen: So wurde im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung eine ReferentInnenstelle für ÖPNV geschaffen, die unter anderem den Aufgabenbereich landesbedeutsame Buslinien umfasst.

>> Unser Gutachten „Bus und Bahn – zusammen gut“ (pdf-Datei)

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