Direkt zum Inhalt springen
Zum Inhalt springen
Pressemitteilung | 10.03.17

Bündnisgrüne fordern gründliche Untersuchung aller illegalen Mülllager des Landes – Grundwassergefährdung in Mülllager „Lindower Heide“

(Nr. 42) Einem Medienbericht zufolge besteht in dem mit Schadstoffen verfüllten ehemaligen Kiestagebau „Lindower Heide“ bei Niedergörsdorf (Teltow-Fläming) eine Grundwassergefährung durch gesundheitsgefährdende Chemikalien. Dies habe eine gutachterliche Stellungnahme in einem Prozess vor dem Potsdamer Landgericht gegen zwei Angeklagte ergeben, denen vorgeworfen wird, in dem Tagebau in großem Stil illegal Müll verklappt zu haben. Dazu sagt der umweltpolitische Sprecher der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN BENJAMIN RASCHKE:

„Im Kiestagebau Lindower Heide ist eingetroffen, was wir bei den zahlreichen illegalen Mülllagern Brandenburgs schon lange befürchten: Eine reelle Gefahr für Umwelt und Gesundheit. Hier wird deutlich, dass der Umgang von Umweltminister Jörg Vogelsänger mit den mindestens 148 illegalen Mülllagern des Landes völlig unzureichend ist.“

Laut Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion vom 7.6.16 existierten zu diesem Zeitpunkt 148 illegale Müllkippen in Brandenburg. Der Kiestagebau „Lindower Heide“ ist eine von 20 illegalen Lagerstätten in Verantwortung des Landesbergamts bzw. des Wirtschaftsministeriums. Davon waren damals zwei saniert und zwei beräumt. Der ehemalige Kiestagebau Lindower Heide zählte nicht dazu. Hinzu kamen 128 illegale Lagerstätten in Verantwortung des Umweltamtes/Umweltministeriums (65 Lagerstätten) bzw. der kommunalen Ebene (63). Etwa ein Drittel der Lagerstätten in Verantwortung des Umweltamtes galten als beräumt.

„Was macht den Minister eigentlich so sicher, dass sich nicht auch noch anderswo illegale Mülllager als Zeitbomben für die Umwelt erweisen?“, fragte BENJAMIN RASCHKE. Nur wenige Deponien seien gründlich untersucht worden. Oft liege nur veraltetes Datenmaterial vor. Die häufig praktizierte bloße „Inaugenscheinnahme“- durch zu wenige – MitarbeiterInnen des Landesumweltamts liefere nur unzureichende Erkenntnisse. „Es bleibt weiter unklar, was genau im Boden schlummert.“ BENJAMIN RASCHKE forderte eine gründliche Untersuchung aller Deponien und eine anschließende Beräumung nach Gefährdungspotenzial.

Laut dem Medienbericht (dpa vom 8.3.) wurden im ehemaligen Kiestagebau „Lindower Heide“ 136 000 Kubikmeter nicht genehmigte Stoffe – Bauschutt, Gewerbeabfälle und Kunststoffreste - verfüllt. Ein Viertel der Deponie mit einem Volumen von weiteren 150 000 Kubikmeter sei bislang noch gar nicht untersucht worden. Die Kosten der Sanierung werden dem Bericht zufolge auf 43 Mio. Euro geschätzt.

Mehr zum Thema Natur- und Umweltschutz